Beim Faschingskostüm hört der Spaß auf

Die närrische Zeit erreicht ihren Höhepunkt und Ihr möchtet Euch etwa als Indianer, Scheich oder Asiate verkleiden? Ganz schlechte Idee! Findet zumindest ein Bündnis und hat die Kampagne „Ich bin kein Kostüm!“ ins Leben gerufen.

Nachdem schon die Weihnachtsmärkte der Republik vor wenigen Wochen teilweise zu Hochsicherheitsveranstaltungen wurden, geht das Polizei-Großaufgebot nun auch bei den Faschings-Umzügen weiter. Wenn das Freiheitsgefühl des Bürgers schon leidet, dann tröstet es, dass man noch bei der Wahl des Faschingskostüms einigermaßen freie Hand hat – oder? Falsch!

Was die Kostüme angeht, mischt sich jetzt ein Bündnis aus dem Antidiskriminierungsverband Deutschland, dem Kölner Forum gegen Rassismus und Diskriminierung, der Amadeo Antonio Stiftung sowie der Linkspartei ein. Mit der Kampagne „Ich bin kein Kostüm!“ gehen sie dagegen vor, dass sich die Faschingsnarren etwa als Asiaten, Araber oder Indianer verkleiden.

Manche verstehen einfach keinen Spaß

Wenige Tage, nachdem einem Fuldaer Faschingsverein ob der Kostümwahl Rassismus vorgewurfen wurde, wird erneut über Faschingskostüme und Befindlichkeiten diskutiert. Um es deutlich zu sagen: Grundsätzlich verdient der Einsatz gegen tatsächliche Benachteilung aufgrund von Hautfarbe und Herkunft Respekt, aber hier schießen die Initiatoren meilenweit übers Ziel hinaus. Es bleibt der Eindruck zurück, dass manche Leute einfach keinen Spaß verstehen – auch nicht zu Fasching.

Völlig zu Recht ziehen die Kollegen der Welt darum auch folgendes Fazit: „Zwischen Sensibilisierung und Bevormundung liegt ein unangenehm schmaler Grat. Für diese Tatsache sollten die Verantwortlichen der Aktion einmal sensibilisiert werden.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

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