Demokratie nicht verstanden

In Wahlkampfzeiten geht es hoch her. Da wird’s auch gerne emotional. Wahlprogramme müssen auf Slogan-Länge schrumpfen. Je knackiger, desto besser. Und dann ab damit aufs Wahlplakat. So funktioniert Demokratie. Doch zahlreiche Straftäter scheinen von Demokratie wenig zu halten – die Zahl zerstörter Wahlplakate wächst. Auch Übergriffe auf Wahlhelfer gibt es.

Wer in den vergangenen Wochen mit offenen Augen durchs Land gegangen ist, der hat sie längst gesehen: die Wahlplakate. Am nächsten Sonntag ist Bundestagswahl, entsprechend lächeln uns Wähler von zahlreichen Postern Politiker verschiedener Parteien an und bitten um unser Kreuz für sie. Und wer genau hinschaut, dem fällt noch etwas auf: Zahlreiche Wahlplakate werden beschädigt, beschmiert oder gleich ganz abgerissen. Mitunter werden Wahlhelfer sogar körperlich angegriffen, wie etwa im Fall von Plakatierern der AfD in Stuttgart.

Ich bin schockiert, wenn ich so etwas sehe bzw. von solchen Vorfälle lese. Zwei Diktaturen hat Deutschland überstanden. Und ich bin stolz darauf, in einer Demokratie zu leben, die so gefestigt ist. Wo es für jeden Wähler innerhalb des demokratischen Spektrums ein politisches Zuhause gibt.

Aus der Geschichte nichts gelernt

Umso beschämter und wütender bin ich, wenn eine offenbar nicht geringe Zahl von Personen es für völlig legitim hält, den politischen Gegner mit Mitteln zu bekämpfen, die an finstere Zeiten erinnern. Auch wer so etwas stillschweigend duldet oder gar noch befürwortet ist nicht besser.

Wer meint, er tue Gutes, indem er etwa Wahlkampfstände attackiert, Plakatierer angreift oder Wahlplakate beschädigt oder abreißt, der hat nicht verstanden, was eine Demokratie ausmacht. Der hat auch offenbar nie in ein Geschichtsbuch geschaut. Beides rate ich denen, die es tun und denen, die es für gut befinden, dringend!

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