Hamburg im Ausnahmezustand

„Welcome to Hell“ war das Motto der Demonstranten – und für Hamburg wurde es zum Fazit des vergangenen Wochenendes. Ausschreitungen, Angriffe auf Polizeibeamte, zig brennende Autos und geplünderte Geschäfte: Linksradikale haben in der Hansestadt ganze Arbeit geleistet.

Die Bilanz ist ernüchternd: Fast 500 Polizeibeamte sind bei den Krawallen von Hamburg verletzt worden. Knapp 190 Randalierer wurden festgenommen. Vom Sachschaden ganz zu schweigen. Linksradikale Chaoten hatten zahlreiche Autos in Brand gesetzt, Scheiben von Geschäften und Wohnhäusern zertrümmert, Geschäfte geplündert. Wer den Schaden hat, fragt sich nun: „Wer kommt dafür auf?“ Immerhin: Die Bundesregierung will den Opfern helfen.

Von diesen Zahlen ab, stellt sich Deutschland nun offen die Frage: Wurde die Gefahr durch Linksextremisten unterschätzt? War man auf dem linken Auge blind, während man den rechten Rand im Blick behalten hat? Welt-Chefredakteur Ulf Poschardt zieht diesbezüglich eine niederschmetternde Bilanz: „Die so schlecht bezahlten Polizisten, deren Job so wichtig ist für unsere Freiheit, müssen ausbaden, was an Laschheit über Jahre und Jahrzehnte im Umgang mit linker Gewalt aufgebaut worden ist: Hausbesetzer mit Hausbesitzern zu verwechseln, Parks zu rechtsfreien Räumen verlottern zu lassen, im Zweifel den selbst ernannten Antifaschisten mit ihrer faschistischen Gewaltliebe sogar Förderung zukommen lassen. All das rächt sich jetzt.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Zu hoffen bleibt, dass Lehren aus den Höllentagen von Hamburg gezogen werden. Damit sich derartiges nicht wiederholt – und wir als Gesellschaft lernen, wachsam auf beide Ränder des politischen Spektrums zu blicken. Denn klar ist: Es gibt keinen „guten“ Extremismus. Es gibt keine „gute“ Gewalt. Oder wie CDU-Politiker Wolfgang Bosbach resümiert: „Ich halte es für einen Fehler, dass noch immer zwischen linker Gewalt und rechter Gewalt differenziert wird. Das ist alles Gewalt und muss verurteilt werden.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *