„Mutti ewig“ oder „Merkeldämmerung“?

Mutti macht weiter. Zumindest will sie weitermachen. Angela Merkel hat nun offiziell angekündigt, was die Spatzen von den Dächern pfiffen: Sie kandidiert für eine vierte Amtszeit als Bundeskanzlerin. Damit entspricht sie laut einer Emnid-Umfrage dem Wunsch von über 50 Prozent der Deutschen. Und doch kommt keine rechte Feierlaune auf.

Vielleicht, weil Merkel für ihre CDU keine Heilsbringerin mehr ist. Weil die vergangenen Landtagswahlen für die Christdemokraten nicht besonders rosig ausgingen. Und weil trotz allem an ihr kein Weg vorbei führt. Zumindest für die CDU. Denn geschickt hat sie hat geschickt taktiert. Die 62-Jährige, früher geringschätzig „Kohls Mädchen“ genannt, hat so erfolgreich verhindert, dass ihr innerparteiliche Konkurrenz erwächst.

Sollte sie es erneut ins Kanzleramt schaffen, dann droht der mächtigsten Frau der Welt möglicherweise ihre schwerste Amtsperiode. Für manche ist die Kanzlerin zwar die Retterin der freien Welt, doch die zurückliegenden Landtagswahlen und die Erfolge der AfD haben eines gezeigt: Es wird für Angela Merkel nicht leichter. Die Krisenherde bleiben bestehen. Und selbst die CDU bereitet die deutsche Bevölkerung auf schwierige Zeiten vor.

Zudem stehen im kommenden Jahr die Wahlen im Saarland, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen an. Im September schließlich die Bundestagswahl. Wie stark die CDU dann abschneidet dürfte Einfluss darauf haben, ob aus Merkel eine „Mutti ewig“ wird oder ihre Ära sich dem Ende neigt. Und es ihr somit ergeht, wie ihrem politischen Ziehvater Helmut Kohl. Der ging am Ende nicht, er wurde gegangen.

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