„Star Wars“ oder „Ideology Wars“?

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis… da erlebten wir, wie ein Farmerjunge loszog, um gegen ein galaktisches Imperium zu kämpfen. Die klassische Abenteuergeschichte: Gut gegen Böse. Helden gegen Schurken. Die „Star Wars“-Filme begeisterten damit ein Millionenpublikum, machten George Lucas reich und werden von Fans bis heute verehrt. Am Donnerstag startet „Rogue One – A Star Wars Story“ in den deutschen Kinos – doch das unschuldige Sci-Fi-Märchen von einst wird mittlerweile von linken wie rechten Ideologen als Vehikel missbraucht.

Wir alle haben die Reise von Luke Skywalker beobachten können. Wie aus einem Farmerjungen vom Planeten Tatooine ein hervorragender Pilot und Jedi-Ritter wurde. Wie er an der Seite einer Rebellenallianz gegen das böse Imperium kämpfte. Und wie er schließlich sogar seinen Vater zur hellen Seite der Macht zurückholte.

Ich weiß noch, wie ich als Kind über die Spezialeffekte gestaunt habe und die Filme eine fantastische, riesige Welt zumindest im Ansatz ausleuchteten. Ich habe jedoch nie darüber nachgedacht, warum Prinzessin Leia sich – gänzlich unladylike – ein Blastergewehr schnappt und auf die Sturmtruppen des Imperiums feuert. Oder dass Lando, eine der coolsten Socken überhaupt, ein Schwarzer ist. Für mich war das einfach ein Abenteuer. Eine Achterbahnfahrt. Mit Raumschiffen. Und Tauntauns. Und einem weisen, langohrigen Jedimeister, dessen Stärke nichts mit seiner körperlichen Größe zu tun hatte.

Trump und das rassistische Imperium

Aber ganz offensichtlich gibt es mittlerweile Leute, für die der Krieg der Sterne mehr ist. Mehr sein muss. Mehr zu sein hat. Nämlich ein politisches Vehikel, mit dem die eigene Message transportiert werden soll. Und das zeigt sich anhand des neuen Films „Rogue One“. Wenige Tage, nachdem Donald Trump die Wahl zum künftigen Präsidenten der USA gewonnen hatte, tat der „Rogue One“-Screenwriter Chris Weitz seinen Unmut darüber kund – und spannte dafür Star Wars vor seinen Karren.

In einem mittlerweile gelöschten Tweet behauptete er, dass das Imperium eine Organisation weißer Rassisten sei. Mitautor Gary Whitta sprang ihm auf Twitter bei und ergänzte: Eine multikulturelle Truppe stelle sich diesen Rassisten entgegen – angeführt von einer tapferen Frau. Gefundenes Fressen für das politische Gegenüber. Unter dem Hashtag #DumpStarWars ruft Amerikas Rechte nun zum Boykott des neuen Films auf. Wohl aus Sorge um finanzielle Einbußen suchte Disney Chef Bob Iger daraufhin die Öffentlichkeit und betonte, dass es in dem Film keine politischen Statements gebe.

Lasst es sein

Ich finde es schade, dass im Jahr 2016 ein Sci-Fi-Märchen nicht einfach ein Sci-Fi-Märchen sein kann. Stattdessen muss jeder Furz mittlerweile politisch irgendwie aufgeladen werden – egal, von welcher Seite. Dass diese Filme heutzutage relativ wenig mit Kreativität und Fantasie und viel mehr mit extremem Rendite-Denken zu tun haben, ist eine Sache. Dass Linke und Rechte meinen, einen Star-Wars-Film kapern zu müssen, ist eine andere. Und wie toll das funktioniert, wenn man harmlose Filme ideologisch einspannt, hat ja erst kürzlich der unglaublich miserable „Ghostbusters“-Neuaufguss gezeigt. Darum: Lasst es sein. Bitte.

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